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blicke 27 – filmfestival des ruhrgebiets – Zum Programm

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Die Sektion „Ein-blicke“ widmet sich Filmen mit einem thematischen oder biografischen Bezug zum Ruhrgebiet. Die Dortmunder Filmemacherin Ulrike Korbach begleitet in ihrem Dokumentarfilm „Nachts kommen die Bilder“ die ehemalige Zwangsarbeiterin und außergewöhnliche Persönlichkeit Czeslawa Wölfel in ihren letzten Lebensmonaten, in denen wir ihre bewegende Familiengeschichte kennenlernen. Der Bochumer Filmemacher Marian Mayland begibt sich auf die Spuren vernachlässigter Ruhrgebietsgeschichte. In „untitled (a refusal of leave to land)“ folgt die Erzählung den Verbindungen zwischen dem ehemaligen Kriegsgefangenenlager Stalag VI Fin Bocholt und der Firma Krupp in Essen. Im Dezember 2018 schließ die letzte deutsche Steinkohlezeche in Bottrop. Filmemacherin Jasmin Astaki-Bardeh beobachtet in „Zwischentage“ die anstehenden Veränderungen: Die Kumpel räumen die letzten Arbeitshallen aus während im alten Waschtrakt untote Bergarbeiter als Teil einer neu eröffneten Erlebnisattraktion umherspuken.Mit Luca(m/w/d)von Hannah Schwaiger & Ricarda Funnemanneröffnet blicke das diesjährige Festival: Das Portrait einer außergewöhnlichenPersönlichkeit, die mit der Binarität der Geschlechter nichts anfangen kann. Luca Hennig feierte mit gerade mal 19 Jahren sein Regie-Debüt am Bochumer Schauspielhaus. Es folgten weitere Regie-Arbeiten und Auftritte im Ensemble des Prinz Regent Theater. Dem Theater ist er bis heute treu geblieben, auch wenn er aus dem Ruhrgebiet nun für ein Schauspielstudium nach München gegangen ist.Der Film ist an der FH Dortmund entstanden, die in diesem Jahr mit vier Filmen im Programm vertreten ist.In Jonas Möllmanns SpielfilmKühe können nicht schwimmenbegegnen sich zwei einsame Seelen an einer Hotelbar. Assoziationvon Anna Irma Hilfrich blättert im Etymologischen Wörterbuch der deutschen Sprache. Sight in Depth von Felix Geiger befasst sich mit ungewohnten Umgebungen und entstand aus dem Gefühlheraus, neu im Ruhrgebiet zu sein.Die Sektion „Aus-blicke“präsentiertFilme ohne Bezug zum Ruhrgebiet. Filmemacherin Eunjin Park setztsich in ihrem Diplomfilm an der KHM „i“mitdem Gesellschaftssystem in ihrem Heimatland Südkoreaauseinander. Der Kölner Filmemacher Hannes Lang unternimmt in „RIAFN“ eine filmische Expedition in den Klangraum der Alpen, bei der die Mundarten, Lockrufe und Gesänge der Hirten und Senner*innen zu einem rhythmischen und sinnlichen Stimmungsbild verdichtet werden. Der Kölner Filmemacher Julius Dommer begibt sich in seinem Abschlussfilm an der KHMauf einen Minigolfplatz in Bad Oldesloe. Den Konservatismus der 1950er Jahre reflektierend, zeigt „Ascona“ Protagonisten, die von den Anfängen und Schwierigkeiten des Platzes zwischen Freizeitspaß und Spitzensport in norddeutscher Trockenheit berichten –auf 16 mm.„RIOT NOT DIET“von Julia FuhrMann aus München entwirft eine queer-feministische Utopie fernab von abstrusen BMI-Normen und männlicher* Deutungshoheit. Statt sich für ihre ausladenden Körpermaße zu schämen, fordern die Frauen* und Queers hier selbstbestimmt Platz ein.

Das Casting einer Schauspielerin gerät außer Kontrolle, plötzlich findet sich die junge Frau in einem intimen und manipulativen Verhör wieder. „023_GRETA_S“ von Annika Birgelaus Berlinist ein beunruhigendes Drama überden Machtmissbrauch in der Filmindustrie.Im Anschluss an jeden Filmblock findet eine Diskussion mit den Filmemacher*innen statt.Neben dem Publikumspreis vergibt eine Jury 5 Preise, die in diesem Jahr mit Kamerafrau Maren Kuhlmann, Journalistin Maxi Braun sowie Autor und Filmemacher Hans-Erich Viet besetzt ist. In der Schwerpunktreihe „Spot On: …“stehen Filmprogramme mit einem Themen-oder Länderschwerpunkt im Fokus. „Spot on: Syrische Dokumentarfilme nach2011“widmet sich den Veränderungen im syrischen Dokumentarfilm seit 2011: filmische Reaktionen auf die landesweiten Proteste, ihre gewaltsame Unterdrückung und den anhaltenden Krieg, der sich daraus entwickelt hat. Es geht um die Bilder, die explizit gegen die offiziellen,propagandistischen Darstellungen des Regimes und der Konfliktparteien sozusagen „von unten“ gemacht werden.Im Anschluss an das Filmprogramm findet eine Podiumsdiskussion mit folgenden Gästen statt: Filmemacherin und Produzentin GuevaraNamer, Publizistinund Produzentin Irit Neidhardt sowie Filmemacher Ali Ibrahim. Das Panel wird von der Autorin und Syrienexpertin Larissa Benderaus Köln moderiert.Zwei Installationenbegleiten das Filmprogramm. „12 Acts of Unboxing“ von Valeska Klug und Birk-André Hildebrandt widmet sich auf einem Turm bestehend aus 12 Monitoren dem Phänomen des Unboxing –das Auspacken neu gekaufter Produkte vor der Kamera, das von tausenden von YouTuber*innen zelebriert wird. In „Random Chase“von Stina Kurzhöfer und Achim Robert Kirsch sind zehn Staubroboter, auf denen kleine Beamer befestigt sind, die Protagonisten. Die Bilder, die sie zufallsgesteuert an die Wände werfen, erschaffen ein einzigartiges, sich bewegendes Video-Panoptikum. Am Samstag findet um 14 Uhrein Gespräch mit den Künstler*innen statt. Das alles und noch viel mehr…gibt es bei blicke27zu entdecken.