Installationen und Filme auf den Monitoren

Blicke Filmfestival // Installationen und Filme auf den Monitoren

Blicke Filmfestival

Während der gesamten Festivalzeit freuen wir uns auf zwei besondere Installationen: 12 acts of unboxing und Random Chase. Darüber hinaus laufen auf den Monitoren im Kinofoyer zwei Filme aus unseren Filmworkshops für Kinder und Jugendliche, sowie syrische Kurzfilme als Ergänzung zur Spot on-Veranstaltung.

Kinofoyer: 12 ACTS OF UNBOXING

Das Phänomen des Unboxing ist aus dem Internet nicht mehr wegzudenken: Tausende YouTuber*innen zelebrieren das Auspacken neu gekaufter Produkte vor der Kamera – ein Versuch, Materialität, Design, Funktion und Haptik aus der Ferne zu vermitteln. Mit „12 acts of unboxing“ laden auch die scheinzeit- menschen (Valeska Klug und Birk-André Hildebrandt) dazu ein, im Rahmen einer Performance Dinge auszupacken und sich mit ihnen zu befassen. Die Objekte stammen aus dem Alltag verschiedener Orte – z.B. einem Kiosk, einer Klinik, einer Kirche. Dort wurden im Gegenzug Installationen eingerichtet, die mit den zu ihnen gehörenden Objekten vernetzt sind und darauf reagieren, wenn diese bespielt werden. Über digitale Fäden werden so Impulse vom Objekt zur Installation geschickt, der Ort des Auspackens mit den Ursprungsorten der Gegenstände verknüpft.

scheinzeitmenschen
VALESKA KLUG (*1988) hat Theater- und Medienwissenschaft sowie Europäische Kultur und Wirtschaft in Bochum und Dunkerque (FR) studiert. Seit 2016 arbeitet sie an ihrer Promotion zu Förderdiskursen im Bereich der freien darstellenden Künste. Als Teil des Duos scheinzeitmenschen realisiert sie szenische und installative Projekte sowie Lichtdesigns, zudem ist sie als Dramaturgin und Produktionsleiterin tätig.
BIRK-ANDRÉ HILDEBRANDT (*1986), Studium der Theater- und Erziehungswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, wo er im Studiengang Szenische Forschung auch unterrichtete. Er ist als Licht- und Spezialeffektdesigner sowie als Bühnenbildner für freie Gruppen tätig und setzt als Teil des Duos scheinzeitmenschen eigene Arbeiten an der Schnittstelle von Performance, Lichtkunst und Installation um.

blicke zeigt die Dokumentation des Projekts auf einem Turm aus Monitoren.

Foto: Ulrike Weidlich

Raum6: RANDOM CHASE

Zehn skurrile, in ihrer Erscheinung an fliegende Untertassen erinnernde Staubsaugroboter irren surrend saugend und am Ende flächendeckend über den Boden. Sie sind mit kleinen Beamern ausgestattet, die zufallsgesteuert Einzelbilder und Videos projizieren: Filmsequenzen und Fotos, deren Bildästhetik auf eine Zeit lange vor der heutigen Digitalisierung von Bildproduktion verweist, aufgenommen auf Super 8 und analogem Foto-Diafilmmaterial. Es handelt sich um private Szenen, Aufnahmen von Familienfeiern, Kindheitserinnerungen, Verwandtschaftstreffen. Erinnerungen an alte Zeiten werden wach, je nach Generationszugehörigkeit an die eigene Jugend oder an die Erzählungen von Eltern und Großeltern: Schnipsel aus einem vergangenen Leben, die uns dennoch durchweg vertraut erscheinen, uns oftmals nolens volens geprägt haben, die also präsent sind und sich doch immer wieder entziehen. Eine Medien-Installation von Stina Kurzhöfer und Achim Robert Kirsch. Zur Installation gibt es am Samstag, 23.11., um 14 Uhr ein Gespräch mit den Künstler*innen.
 
STINA KURZHÖFER (*1980) hat ab 2008 an der Muthesius Kunsthochschule Kiel und an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Kunst, Wirtschaft-Politik sowie Freie Kunst im Bereich Medien und Experimentalfilm studiert. 2019 schloss sie ihre Studien mit dem Master of Fine Arts in performativen Installationen ab.
ACHIM ROBERT KIRSCH (*1973) hat in Köln und Wuppertal Philosophie, Germanistik und Kunst studiert. Seit 1997 ist er freischaffend künstlerisch tätig in Malerei, Fotografie und Trickfilm. Seit 2017 arbeitet er als Kunst-, Medien- und Fotografie-Lehrer an der Gemeinschaftsschule Bredstedt und als Dozent für die Muthesius Kunsthochschule an zahlreichen Schulen in Schleswig-Holstein.

Fotos: Stina Kurzhöfer    

Monitor 1: Kinder- und Jugend-blicke

blicke lädt kleine und junge Filminteressierte zu ganz verschiedenen Programmen ein. Unter anderem finden Video-Workshops in den Ferien statt. Die beiden Kurzfilme, die 2019 mit großer Begeisterung entstanden sind: „Mord in Manhattan“, Animation, 11min und ein fiktionaler Kurzfilm mit dem Titel "Mix-Max Olympics".

Weitere Infos zu den Kinder- und Jugendblicken gibt es hier.


Monitor 2: SPOT ON: SYRISCHE KURZFILME

Dokumentarfilmer*innen, Medienkünstler*innen, Journalist*innen und Menschen mit Fotoapparaten und Handykameras haben seit 2011 eine Vielzahl von Möglichkeiten erprobt, den immer brutaleren Konflikt in Syrien zu dokumentieren, künstlerisch zu bearbeiten, für die Weltöffentlichkeit sichtbar zu machen. In der Reihe „Citizen with a Movie Camera“ hat die syrische Dokumentarfilminitiative Dox Box und das internationale Dokumentarfilmfestival Amsterdam Videos aus Bildmaterial zusammengestellt, das von syrischen Bürgern in Syrien von 2011 bis 2013 aufgenommen und über das Internet verbreitet wurde. Hier sind mehrere Folgen zu sehen.

Am Donnerstag, den 21. November findet eine Filmvorführung und Podiumsdiskussion zum syrischen Dokumentarfilm nach 2011 statt.