Preisträgerfilme 2018

Blicke Filmfestival // Preisträgerfilme 2018

Blicke Filmfestival

Die Jury und das Publikum haben ihre Entscheidungen getroffen. Die Begründungen dafür findet Ihr bei den Filmstills. Wir gratulieren herzlich und danken allen Regisseurinnen und Regisseure der insgesamt 32 Filme, dass sie uns so ein buntes Programm ermöglicht haben.


Der ERSTE HAUPTPREIS, gestiftet von Stadtwerke Bochum, dotiert mit 2.000€, geht an:

DANN MUSS ES JA EIN WAS WEISS ICH WAS GUTES GEBEN (2016) von Florian Andreas Dedek

Begründung der Jury:
"Die Geschichte eines nicht begangenen Verbrechens und dessen Folgen für eine Familie. Und die Geschichte einer fast vergessenen Epoche unseres Landes. Ein junger Filmemacher dreht einen Film über das Schicksal seiner Eltern, das auch sein Schicksal ist und schafft einen eindringlichen, berührenden, referenzreichen Essay über politische Kämpfe, die beendet schienen, und deren Nachhall doch bis heute spürbar ist."


Der ZWEITE HAUPTPREIS, gesponsort von Langendreer Dorfpostille, dotiert mit 1.500€, geht an:


FAXEN (2018) von Lisa Domin

Begründung der Jury:
"Wir sehen ein verlassenes Sportfeld. Eine junge Frau artikuliert mit großen Gesten in einer für den Betrachter nicht nachvollziehbaren Zeichensprache. Der Empfänger ist zunächst nicht aufzufinden, die Codes scheinen ins Leere zu laufen. Erst einige Minuten später stellt sich heraus, dass "Vanessa“ mit Insassen der JVA Gelsenkirchen kommuniziert, die ihr mit der Taschenlampe durch die vergitterten Zellenfenster antworten. Die rohe Einfachheit, das Unerwartete, und die selbstreflexive konzeptuelle Klarheit dieses Experimentalfilms haben uns als Jury überzeugt."


 
Ausgezeichnet mit dem QUERDENKER-Preis, gesponsort von trailer Ruhr und dotiert mit 600€:
FLÜSSE TÄLER BERGE (2014) von Marco Kugel

Begründung der Jury:

"Auf nüchterne und formal strenge Art und Weise thematisiert dieser Film die Schließung des letzten deutschen Schienenwerks in Duisburg-Bruckhausen. Er verbindet industrielle Ortsansichten mit hochemotionalen Orginalreden und erzeugt dadurch ein Spannungsfeld von durchdringender Intensität. Seine gekonnten Tableaus lassen Raum für persönliche Anteilnahme, ohne je in Romantisierung zu verfallen. Ein Film, der immer wieder gezeigt werden sollte , auch wenn die Schauplätze dieses Arbeitskampfes schon längst aus der medialen Aufmerksamkeit verschwunden sind."

Ausgezeichnet mit dem ACTION:GENDER-Preis, gesponsort von der Gleichstellungsstelle der Stadt Bochum und dotiert mit 500€:

TIEFENSCHÄRFE (2017) von Mareike Bernien und Alex Gerbaulet
 

Begründung der Jury:

"Deutsche Tatorte aus der Gegenperspektive, verbunden von einer Off-Stimme, die zum Medium eines unterdrückten Narrativs wird; einer Erzählung, die wider die Verdrängung um Deutungsmacht, um Sichtbarkeit ringt, und damit der Opferseite Gehör verschafft. Immer wieder kippt die statische Kamera in die Schieflage, beinahe in den Kopfstand – ein Taumel, der signalisiert, wie viel in der Aufklärung der NSU-Verbrechen verkehrt gelaufen ist. Der ACTION:GENDER-Preis geht an Tiefenschärfe, einen Film von zwei Regisseurinnen, die in Solidarität mit den Opferfamilien Stellung beziehen und den institutionellen Rassismus deutscher Strafverfolgungsbehörden anklagen."


Ausgezeichnet mit dem AUSBLICKE-PREIS, dotiert mit 500€:

REBAR (2017) von Julius Dommer

Begründung der Jury:
"Mit dem Ausblicke-Preis möchten wir einen Film auszeichnen, der sich rückhaltlos auf die Perspektive seines Protagonisten einlässt. Der ihn in jedem Moment ernst nimmt, ihm auf Augenhöhe begegnet und sich bemüht, mit seinem oft rasanten Tempo schrittzuhalten.
Kein Problemfilm über Autismus, sondern ein geduldiges Porträt eines Jugendlichen, der uns seine und unsere Welt erklärt."


Von der Jury lobend erwähnt wurde BARSTOW, CALIFORNIA (2018) von Rainer Komers:


Begründung der Jury:
"Unwirtliche Lebensbedingungen: Trockenvegetation, Hitzeflimmern, Wüstenstaub – hier halten die Güterzüge schon lange nicht mehr. Ein Landstrich als Projektions- und Resonanzraum für seine Bewohner wie für uns als Zuschauer; und für die stimmliche Präsenz eines Abwesenden, eines Weggesperrten. Die sprachlichen Bilder dieses Dichters verklingen nicht an den Topographien als bloße Illustrationen, sie überlagern sie, stoßen sich von ihnen ab, nur um wieder zu ihnen zurückzufinden; sie berichten von besseren Zeiten, von verlorener Unschuld, von Armut und rassistischer Unterdrückung. Rainer Komers Engagement für die Anerkennung des inhaftierten afroamerikanischen Lyrikers Spoon Jackson hat uns inspiriert und tief berührt."


Ausgezeichnet mit dem PUBLIKUMSPREIS, gestiftet von Bahnhof Langendreer Bochum Kulturzentrum und dotiert mit 300€:


MADE IN LANGENDREER (2017) von Eric Jobs